Es hat schon etwas Futuristisches, wenn nicht sogar Skurriles, wenn sich vor dem Alpenpanorama am Südrand des Ammersees, mitten aus grünen Wiesen und Bauernhöfen, die Antennen der Erdfunkstelle Raisting erheben. 1964 begann in Deutschland mit dem Bau und der Inbetriebnahme des Radoms das Zeitalter des Satellitenfunks. So wurden die Übertragung der ersten Mondlandung ebenso wie die Übertragungen der Olympischen Spiele in München über das Radom von Raisting gesendet. Während des Kalten Krieges war Raisting zudem eine von zwei Verbindungsleitungen des roten Telefons, dem heißen Draht zwischen Moskau und Washington. 2006 verkaufte die Deutsche Telekom die Erdfunkstelle an das Unternehmen Emerging Markets Communications Inc. (EMC). EMC stellte im Auftrag verschiedener Hilfsorganisation und der UNO weltweit satellitengestützte Kommunikationslösungen für Notfälle bereit. Nach mehreren Besitzerwechseln ist die Station in Raisting, immer noch eine der größten weltweit, ist neben Standorten in den USA und Asien einer der drei Haupt-Teleports von Anuvu und dient als Knotenpunkt für das globale satellitengestützte Mobilfunknetz des Unternehmens.